Frauenklinik Tübingen: Praxistipps
Wir verbrachten zwangsläufig mehrere Wochen jeden Tag in der Universitäts-Frauenklinik Tübingen (UFK). Mit der Zeit haben wir Routinen entwickelt und Tipps erhalten, wie wir uns den Alltag in der Universitäts-Frauenklinik Tübingen im Rahmen der Möglichkeiten angenehmer machen konnten. Die wichtigsten Tipps gibt’s in diesem Artikel.
Anfahrt
Tübingen hat einen Vorteil: Es ist keine riesige Stadt. Wie Ihr am besten zur Universitäts-Frauenklinik und den Kliniken Tal kommt, haben wir hier zusammengefasst.
Auto
Die Anfahrt mit dem Auto zur Universitäts-Frauenklinik erläutert Euch der Kartendienst Eures Vertrauens am besten. Allerdings gibt es ein paar Tricks, um typische Staustrecken gerade während des Berufsverkehrs zu umgehen.
Ziel ist das Parkhaus P3 des Universitätsklinikums Tübingen (siehe Google Maps). Der ganze Komplex liegt nördlich der Tübinger Altstadt. Die Zufahrt erfolgt über die Gmelinstraße.
Vorsicht
In Tübingen gilt auf fast allen Straßen Tempo 30 oder Tempo 40 (B 27). Es gibt zahlreiche stationäre Blitzer und regelmäßig mobile Geschwindigkeitskontrollen.
Aus Richtung Süden über die A 81 nimmt man die Ausfahrt 29 (Rottenburg) und fährt über die B 28 Richtung Tübingen. Dort gelangt man über die Europastraße auf die Hegelstraße. Obwohl angeschrieben, empfiehlt sich das Rechtsabbiegen auf dei Westbahnhofstraße nicht, da es dort sehr viel Rückstau aufgrund zahlreicher Ampeln mit sehr kurzen Grünphasen gibt. Fahrt geradeaus weiter bis zur Einmündung der Herrenberger Straße (direkt nach der Total-Tankstelle). Von dort dann weiter über die Schnarrenbergstraße und Breiter Weg.
Aus Richtung Süden über die B 27 ist die Ausfahrt Derendingen direkt vor dem Ende der Vierspurigen ratsam. Da man hier parallel zur meist von Stau geplagten B 27 fährt, ist man deutlich schneller. Über die Steinlachwasen geht es in die Raichbergstraße, die Deredinger Straße und schließlich die Hegelstraße. Obwohl angeschrieben, empfiehlt sich das Rechtsabbiegen auf dei Westbahnhofstraße nicht, da es dort sehr viel Rückstau aufgrund zahlreicher Ampeln mit sehr kurzen Grünphasen gibt. Fahrt geradeaus weiter bis zur Einmündung der Herrenberger Straße (direkt nach der Total-Tankstelle). Von dort dann weiter über die Schnarrenbergstraße und Breiter Weg.
Aus Richtung Norden (Stuttgart) über die A 81 nimmt man die Ausfahrt 28 (Herrenberg) und fährt über die B 296 Richtung Tübingen. In Tübingen bietet sich eine etwas längere Strecke über die Kliniken Berg an, um den Verkehr Richtung Innenstadt zu umgehen. Alternativ über die Herrenberger Straße, Schnarrenbergstraße und Breiter Weg. Vermeiden sollte man die Westbahnhofstraße und Belthlestraße, dort gibt es meist sehr viel Rückstau aufgrund zahlreicher Ampeln mit sehr kurzen Grünphasen.
Aus Richtung Norden (Stuttgart) und die B 27 bietet sich die Umfahrung der Innenstadt an. Idealerweise fährt man bereits bei Kirchentellinsfurt von der B 27 ab und gelangt dann über Pfrondorf nach Tübingen. Über die Pfrondorfer Straße, Wilhelmstraße und Mohlstraße geht’s auf die Hölderlinstraße.
Parken
Das Parken an der Universitäts-Frauenklinik in Tübingen ist dank eines 2025 eröffneten neuen Parkhauses sehr entspannt geworden. Es gibt immer freie Parkplätze. Allerdings ist das Parken nicht ganz günstig: Die erste Stunde kostet 2 Euro, jede weitere Stunde 1,50 Euro. Ab fünf Stunden kostet jede weitere Stunde 0,50 Euro. Der Tageshöchstsatz beträgt 10,50 Euro.
Wenn kein Elternteil mehr stationär behandelt wird und nur noch das Kind in der Klinik ist, gibt es die Möglichkeit ein 31-Tage-Ticket zu erwerben. Dieses kostet 59 Euro für 31 Tage (1,90 Euro pro Tag).
ÖPNV
Eine Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Universitäts-Frauenklinik ist eine willkommene Alternative. Der Tübinger Hauptbahnhof liegt etwa 1,8 Kilometer von der UFK entfernt. Da einige Höhenmeter bewältigt werden müssen, kann der Fußweg zwischen 25 und 30 Minuten betragen (Fußweg bei Google Maps). Der Transfer mit dem Stadtbus oder einem Taxi kann daher sinnvoll sein.
Der Tübinger Stadtbus fährt verschiedene Haltestellen rund um die Universitäts-Frauenklinik an. Die direktesten Haltestellen sind „Uni-Kliniken Tal“ (Linien 5 und N94) und „Calwerstraße“ (Linien 13, 14, 18, 19 und X15).
Verpflegung
Während der stationären Behandlung der Mutter ist diese ganz normal mit drei Mahlzeiten pro Tag versorgt. Je nach Station finden Frühstück und Abendessen an einem Buffet statt. Für die Zeit nach der stationären Behandlung der Mutter und für Partner und Familie gibt es Angebote.
Es gibt Möglichkeiten, dass Begleitpersonen ebenfalls stationär aufgenommen werden können (z. B. Familienzimmer) oder später im Ronald-McDonald-Haus mitunterkommen. Für Mütter steht nach der stationären Behandlung zudem ein Mütterzimmer zur Verfügung. Bei allen Varianten gibt es gesonderte Verpflegungsangebote.
Grundsätzlich stehen auf allen Stationen und auch im Wartebreich im Erdgeschoss Wasserspender mit stillem und sprudeligem Wasser kostenlos zur Verfügung. Auf den Stationen gibt es PET-Flaschen und Becher, die man jederzeit kostenlose auffüllen kann.
Kasino
Das Kasino der Universitäts-Dienstleistungsorganisation (UDO) befindet sich direkt bei der Universitäts-Frauenklinik. Dieses hat montags bis freitags von 7:00 bis 14:30 Uhr geöffnet (nicht an Feiertagen). Zum Frühstück gibt es verschiedene Frühstücks- und Snackangebote. Zum Mittagessen gibt es die Auswahl zwischen fünf täglich wechselnden Gerichten. Die Preise sind verhältnismäßig günstig. 2026 kostete ein UFK-Menü (z. B. Schweinesteak mit Rösti und Gemüse) 4,95 Euro für Gäste. Ein 0,3-Liter-Softdrink kostete 1,20 Euro.
Das Essen ist wie in vielen Kantinen üblich. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unserer Meinung nach sehr gut. Wir waren jeden Werktag dort essen. Pfeffer und verschiedene scharfe Soßen stehen kostenlos zur Verfügung, falls jemand noch etwas nachwürzen möchte.
Achtung: Nur Barzahlung möglich!
Cafeteria
Direkt im Eingangsbereich der Universitäts-Frauenklinik befindet sich eine Cafeteria. Dort gibt es verschiedene Heiß- und Kaltgetränke, belegte Weckle (Brötchen), süße Stückle, Eis und verschiedene andere Snacks sowie Zeitschriften und Co. Die Preise sind deutlich höher als im Kasino, aber für Krankenhausverhältnisse durchaus akzeptabel.
Automaten
Direkt neben der Cafeteria gibt es verschiedene Automaten mit Heiß- und Kaltegetränken sowie kleinen Snacks. Die Preise sind ähnlich wie in der Cafeteria.
WLAN
Es steht in der UFK kostenloses WLAN mit einer Bitrate von 2 MBit/s zur Verfügung. Nach dem Verbinden mit dem WLAN „WIFIonUKT“ muss man die Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen akzeptieren und kann 24 Stunden surfen. Nach dieser Zeit muss man sich neu verbinden und entsprechend neu bestätigen.
Der Empfang des WLANs ist überall sehr gut. Selbst im Kasino und in Räumlichkeiten wie Toiletten. Videocalls über Teams waren zu keinem Zeitpunkt ein Problem. Falls die 2 MBit/s nicht ausreichen sollten, kann man für 2 Euro auf 10 MBit/s für 24 Stunden erhöhen. Zahlung geht u. a. über PayPal.
Zugang zu den Neonatologie-Stationen
Die Neonatologie-Stationen des Universitäts-Frauenklinikums sind grundsätzlich verschlossen und nicht für jedermann ohne Weiteres betretbar. Das hat gute Gründe und die gilt es zu respektieren. Eltern, die ein Kind stationär auf einer dieser Stationen haben, können eine Chipkarte beim jeweiligen Stationssekretariat erhalten, damit sie die Station selbstständig betreten können. Das verhindert das Klingeln zur Türöffnung, auf das Pflegepersonal reagieren muss.
Grundsätzlich durfte man jederzeit sein Kind besuchen. Allerdings gab es Einschränkungen z. B. von 13 bis 14 Uhr als der Schichtwechsel des Personals stattfand. Wir gingen während dieser Zeit zum Mittagessen ins Kasino.
Toiletten
Toiletten im Zimmer stehen auf den Mütter-Stationen nur den stationär behandelten Patienten zur Verfügung. Toiletten für Väter oder Besuch gibt es auf jeder Ebene, allerdings muss man wissen, wo diese sind bzw. sie selbst suchen. Das Pflegepersonal hilft da gerne weiter.
In Ebene 1 (Erdgeschoss/Haupteingang) gibt es Toiletten direkt beim Wartebereich, allerdings sind diese hochfrequentiert, da dort sehr viele warten müssen. Weitere Toiletten gibt es beim Brustzentrum und der Pränataldiagnostik bzw. der Schwangeren-Ambulanz.
In Ebene 2, wo sich die Schwangeren-Station (Station 51), die Neonatologie 3 (Station 52) und die Mutter-Kind-Station (Station 61) sowie der Kreißsaal befinden, gibt es nur eine kleine Toilettenanlage direkt nach dem Eingang zur Schwangeren-Station. Im Kreißsaal-Bereich gibt es auch Toiletten, allerdings ausschließlich für die Patienten und Begleitpersonen im Kreißsaal.
In Ebene 3, wo sich i. d. R. alle Kinder mit Pierre-Robin-Sequenz in der Neonatologie 2 (Station 54) befinden, gibt es eine Toilette direkt nach der Tür in den dortigen Verwaltungstrakt, wo u. a. auch der Direktor der Neonatologie sein Büro hat.
Apotheke
Kinder mit Pierre-Robin-Sequenz brauchen für die Zeit zuhause besondere Hilfsmittel. Einige dieser Hilfsmittel gibt es nicht in jeder Apotheke, teilweise sind sie anderswo nicht mal bestellbar. Daher hat uns die Neonatologie der UFK die Pharmaphant Apotheke am Nonnenhaus empfohlen (Standort bei Google Maps). Diese kooperiert mit der UFK und hat daher alle benötigten Hilfsmittel vorrätig.
Von der Universitäts-Frauenklinik beträgt der Fußweg etwa einen Kilometer. Der Weg führt über die Liebermeisterstraße durch den Alten Botanischen Garten in die Nonnengasse und die Straße Beim Nonnenhaus. Dort befindet sich die Apotheke am südlichen Ende des Gebäudes. Bei Anfahrt mit dem Auto gibt es die Möglichkeit der Nutzung des „Parkhaus Altstadt-Mitte (Stadtgraben)“.
Besuch
Geschwisterkinder dürfen einmal pro Woche für 30 Minuten die Neonatologie besuchen. Sie müssen infektfrei sein und alle gängigen Impfungen nachweisen können. Eine Impfpass-Kontrolle und ein kurzer Check (Abhören, Blick in den Rachen) werden von einem Arzt vor dem Besuch unbürokratisch durchgeführt.
Alle anderen Besuche sind bei Infektfreiheit jederzeit zu den Besuchszeiten möglich. Am Bett dürfen maximal zwei Personen bzw. zwei Personen plus Geschwisterkind(er) sein.
Spielzimmer
Für Kinder gibt es in der Neonatologie 2 ein Spielzimmer mit einem Kletterhaus und zahlreichen Spielsachen. Das Spielzimmer wurde durch Spenden an die Vereine Lichtblick Tübingen e. V., Hilfe für kranke Kinder und Dachtel hilft kranken Kindern e. V. finanziert.
Im Spielzimmer befindet sich auch die Garderobe für alle Besucher und Angehörigen sowie Sitzbänke.
Patientengarten
Über die Ebene 2 gelangt man in den Patientengarten. Dieser schlängelt sich um den Mutter-Kind-Pavillon (Station 61). Dort kann man eine etwa 250 Meter lange Runde unter Bäumen gehen. Es gibt einige Sitzbänke zum Verweilen.
